Suche nach evtl. vermissten Personen in Streckewalde
Sogenannte Fremdbefahrung eines alten Bergwerksstollens führt zu einem Großeinsatz verschiedener Rettungskräfte.
In den Abendstunden bemerkte eine Anwohnerin in Streckewalde, dass ihr Trinkwasser stark getrübt war. Das Wasser bezieht sie aus einem Waldgebiet hinter ihrem Haus; dort aus einer alten Bergbauanlage. Aus Erfahrungen der Vergangenheit wusste sie, dass das Wasser nur eintrübt, wenn in dem eigentlich verschlossenen und gut gesicherten Stollen jemand "tätig" ist. Sie machte sich auf den (Fuß-)Weg, um die Ursache für die Wassertrübung zu finden.
In unmittelbarer Nähe des "Neuglücker Stolln's" fand sie ein Fahrzeug vor. Spuren führten zum und in den Stolln. Der Bogen über dem Stollneingang war schwer beschädigt: Natursteine waren soweit herausgebrochen, dass man Zugang zu dem Stolln bekam. Die Frau alarmierte die Polizei weil sie annehmen musste, dass im Stolln jemand Hilfe brauchen könnte.
Nach Einschätzung der Polizei vor Ort wurden dann 19:30 Uhr weitere
Einsatzkräfte alarmiert: zwei vermisste Personen im Altbergbau, wurde vermutet. Es deutet vieles darauf hin, dass zwei Personen die alte Bergbauanlage schwarz befahren haben bzw. dies wollten. Zum Einsatz kamen die Feuerwehr Streckewalde, der Bergbau- und Höhenrettungszug Annaberg-Buchholz und die Bergrettung des DRK KV Mittleres Erzgebirge e.V. sowie der diensthabende Kreisbrandmeister.
Insgesamt waren 48 Helfer zzgl. Polizei im Einsatz. Während die Kräfte anrückten und sich die Ersten eine Übersicht über die Lage verschafften, wurde im Wald eine männliche Person bemerkt, die mit dreckverschmierten Gummihosen, zu Fuß unterwegs war. Nach kurzer Suche konnte der Mann von den Polizisten gefunden und befragt werden.
Er gab an, zum Angeln in dem Bereich zu sein auf die Frage nach der Angel gab er an, diese im Fluss verloren zu haben; einen Angelschein konnte er ebenfalls nicht vorweisen. Wie sich herausstellte war der Mann der Fahrzeughalter des PKW, der in unmittelbarer Nähe des Stollns stand. Von dem Mann wurden durch die Polizei die Personalien aufgenommen. Zu einer weiteren Person wollte er keine Angaben machen bzw. stellte sich unwissend.
Nach Informationen von Anwohnern bzw. nach Aussage von Augenzeugen soll sich aber in dem Waldgebiet zwischen Wolkenstein und Streckewalde noch eine weitere männliche Person, bekleidet mit einem Neoprenanzug, bewegt haben. Da seitens der Polizei Einsatzleitung eingeschätzt wurde, dass sich niemand mehr in dem Stolln befindet, wurde der Einsatz gg. 21:30 Uhr beendet. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.


