Spendenaufruf für Haiti
Hier bekommen Sie ausführliche Informationen zum Spendenaufruf und dessen Hintergrund.
Die Bilder der Naturkatastrophe in Haiti mit den unzähligen Opfern, unvorstellbarem Leid und der verheerenden Zerstörung gehen um die ganze Welt.
Was müssen diese Menschen nunmehr täglich durchmachen? Eine Frage, die man einfach nicht beantworten kann, wenn man selbst so etwas nie gesehen hat.
Es ist das Jahr 1998, ein bzw. 4 Jahre vor den Flutkatastrophen 1999 und 2002 in unserem Erzgebirgskreis.
Unsere kleine Reisegruppe, alles Kameraden des Roten Kreuzes und Mitglieder des Katastrophenschutzes, befand sich auf einer Urlaubsreise in der Dominikanischen Republik. Es war unser erster Urlaub in einem fremden und weitentfernten Land. Alle freuten sich auf diesen Urlaub in der Sonne der Karibik. Aber die Freude dauerte nicht lange an. Damals erfuhren wir, als erstes aus Deutschland und später aus den örtlichen Berichterstattungen, dass einer der größten Hurrikans mit dem Namen „George“ zu der Insel mit unvorstellbarer Größe und Stärke unterwegs ist.
Fensterscheiben wurden verklebt, Hotelzimmer geräumt, alles Bewegliche – Stühle, Tische, Spielgeräte und Sonnenschirme, die kurz vorher mit Trennschleifern entfernt wurden, wurden im Swimmingpool versenkt, um zu verhindern, dass diese wie Geschosse durch die Luft fliegen. Angst machte sich in der Bevölkerung, den Hotelmitarbeitern und den Gästen und auch bei uns breit. Die Blicke gingen fast minütlich auf das Meer. Es war Mittag, das sonst blaue und klare Wasser wurde dunkel, fast schwarz und fing an, rasant zu steigen. Ein Urlauber, der am Stand eingeschlafen war, wurde auf seiner Liege aus dem Wasser gezogen, wo einige Minuten vorher noch der schöne Strand war.
Die Angst vor dieser bevorstehenden Naturkatastrophe wuchs immer mehr. Ein Großteil der einheimischen Angestellten, die Mitarbeiter der Reiseleitungen und die Händler in der Umgebung des Hotels ergriffen die Flucht und ließen die Urlauber allein. Kein Taxi war mehr da, um vom Meer zu flüchten, um somit in Sicherheit zu gelangen. Von den wenigen Einheimischen, die im Hotel verblieben waren, besorgten wir uns Trinkwasser und verstauten dieses an einem für uns sicher scheinenden Platz. Es war ein kleiner Raum von 1 m² Meter mit dicken Wänden, weil dort der Zimmersafe eingemauert war. Unsere kleine Reisgruppe vereinbarte, dass wenn es los geht und der Hurrikan auf der Insel einschlägt, wir uns dort verstecken. Andere Urlauber planten in Zimmern mit Badewannen, sich in dieser in Sicherheit zu bringen.
Alle blieben zusammen und die Stunden wurden zur Ewigkeit und die Angst konnte keiner mehr verdrängen. Es war Nacht, auf einmal hörte man kein Zirpen der Grillen mehr, es war vollständige Stille. Es war uns klar, dass jetzt etwas passiert. Es dauerte auch nicht lange und es begann ein Sturm, ein Pfeifen und ein Wüten, was man sich nie vorstellen konnte. Er dauerte die ganze Nacht und wir hofften, dass dieser bald aufhört. Dann war wieder die absolute Stille und kurz darauf fingen die Grillen wieder zu zirpen an. Uns war in diesem Augenblick klar, dass es vorbei ist und wir diese Katastrophe überstanden haben. Vorsichtig schauten wir uns um. Der Strand war vollständig verwüstet, Bäume mit samt Wurzeln umgerissen, Dächer abgedeckt und die Straßen waren voll mit Unrat und Ästen. Durch den Fernsehsender erfuhren wir, dass der Flughafen gesperrt ist und zum Teil zerstört wurde.
Es dauerte drei Tage und wir fanden einen einheimischen Taxifahrer, der bereit war, uns das Ausmaß der Zerstörung auf der Insel zu zeigen. Wir fuhren nach Santo Domingo, wo uns das Ausmaß erst richtig bewusst wurde. Brücken und Häuser waren einfach in kurzer Zeit zerstört. Die Stromversorgung war vollständig ausgefallen und kein Wasser kam mehr aus den Leitungen. Katastrophenhelfer aus anderen Ländern beräumten die Straßen und sicherten Objekte.
Wir hatten Glück gehabt, der Hurrikan, der direkt auf unseren Küstenabschnitt einschlagen sollte, hat sich kurz vor der Insel nochmals gedreht und somit haben wir nicht die gesamte Wucht und Stärke des Hurrikan abbekommen.
„Wir hatten Glück“, aber 130 Menschen wurden bei dieser Naturkatastrophe getötet. Dieses Ereignis kann man nie vergessen. Wir hatten damals Zeit, uns in Sicherheit zu bringen, „Wir hatten Glück“. Die Menschen bei der jetzigen Naturkatastrophe, einem verheerenden Erdbeben in Haiti, dem Nachbarland der Dominikanischen Republik hatten diese Zeit nicht. Keiner konnte sich in Sicherheit bringen oder sein Hab und Gut retten. Mütter und Väter verloren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern, ganze Familien wurden unter den Schuttmassen begraben. Wenn dies einem alles bewusst ist, fragt man sich „Was ist da eigentlich nur ein Hurrikan“? Wir fühlen mit den Menschen in Haiti und können nur erahnen, welches Leid dort ist.
Den Menschen im Erzgebirgskreis wurde durch vielen Menschen in Deutschland, aber auch von Menschen aus anderen Ländern damals mit Sachspenden und Geldspenden geholfen. Viele fassten auch selbst mit an, um schnell die Schäden zu beheben. Auch diese Bilder werden Tausende nie vergessen.
Auf Grund des eigenem Erlebten, einer bis dahin für mich unvorstellbaren Naturkatastrophe auf der Dominikanischen Republik, bitte ich die Bevölkerung im Erzgebirgskreis und besonders die, die auch Hilfe 2002 erfahren konnten, helfen Sie den Menschen in Haiti.
Das Deutsche Rote Kreuz sammelt für die Soforthilfe (Derzeit wird eine mobile DRK Klinik zur Versorgung von bis zu 30.000 Menschen errichtet.) und dem Wiederaufbau von Haiti Spenden.
Bitte helfen Sie mit, das Leid der Menschen in Haiti zu lindern.
Für Ihre Spenden stehen folgende Spendenkonten zur Verfügung:
Spendenkonto:
Deutsches Rotes Kreuz
Konto 41 41 41
BLZ: 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: „Haiti“
Deutsches Rotes Kreuz
Konto 3103002628
BLZ: 87053000
Sparkasse Mittleres Erzgebirge
Stichwort: „Menschen in Not“
Weitere Informationen über die Hilfen in Haiti durch das Deutsche Rote Kreuz erhalten Sie auch unter www.drk.de, www.drk-mek.de und www.drksachen.de.
Helfen wir Erzgebirgler, wir Sachsen gemeinsam jetzt den Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Helfen Sie Haiti.
Danke von Herzen für Ihre Unterstützung.
Deutsches Rotes Kreuz - Mittleres Erzgebirge
Richter
Kreisgeschäftsführer


