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Vierte Blaulichttage von JRK und Jugendfeuerwehr in Marienberg

Im DRK Bürgerzentrum Marienberg verlebten fast 70 Teilnehmer und Betreuer ein Wochenende lang das simulierte Leben auf einer Feuer- und Rettungswache.

Zum mittlerweile vierten Mal haben die Blaulichttage der Jugendrotkreuzgruppen des DRK Kreisverbandes Mittleres Erzgebirge e.V. und der Jugendfeuerwehren Großrückerswalde, Niederschmiedeberg und Marienberg statt gefunden. Mehr als 50 Teilnehmer und über 20 Betreuer und Organisatoren haben ein Wochenende der besonderen Art verlebt. Sinn und Zweck der Blaulichttage ist es, drei Tage lang ein Leben wie auf einer Feuer- und Rettungswache darzustellen. Es gibt also richtige Einsätze wie im echten Leben.

Die Zeit dazwischen wird mit erlebnispädagogischen Aufgaben gefüllt. Am Freitag Abend fand zunächst die Anreise am DRK Bürgerzentrum Marienberg statt. Vor ausführlicher Einweisung und Belehrung wurde die Fahrzeughalle in die Schlafunterkunft umgebaut. Nach dem Abendessen fand eine Kennenlernrunde für alle Beteiligten statt. Gegen 22.00 Uhr ertönte zum ersten Mal der Alarmgong zu einem Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen in Großrückerswalde. Ein Pkw war auf einen Hang gefahren, wobei alle Insassen verletzt wurden. Die anrückenden Einsatzkräfte sicherten die Unfallstelle, löschten den Entstehungsbrand im Motorraum und versorgten die Verletzten.

Mit Hilfe einer Suchkette wurde ein nahe gelegenes Feld abgesucht, auf welchem eine unter Schock stehende weitere Person vermutet wurde, die dann schließlich auch entdeckt und behandelt werden konnte. Die Polizei nahm den Unfall wie im echten Leben auf. Die Jugendfeuerwehr Grünhainichen mimte die Verletzten und gab sich alle Mühe, so realistisch wie möglich zu sein. Dafür ein herzliches Dankeschön. Auch an das Autohaus Toyota Teichert, welches kostenlos das vermeintliche Unfallfahrzeug zur Verfügung stellte.

Nach der Nachtruhe und einem deftigen Frühstück, galt es an verschiedenen Stationen gruppendynamische Aufgaben zu lösen. Diese reichten vom Ablaufen eines Hindernisparcours bis hin zu Theoriefragen und DRK Zelt aufbauen. Die Teams waren meist aus Jugendrotkreuzlern und Jugendfeuerwehrleuten gemischt. Pünktlich 14.00 Uhr ertönte der Alarmgong abermals und die Sirene in Marienberg heulte. Alarmiert wurde zu einem Waldbrand mit starker Rauchentwicklung in der Marienberger Mooshaide. Mit Sondersignal bahnten sich die fünf Feuerwehr und sieben DRK Fahrzeuge ihren Weg zur Einsatzstelle.

Dort musste eine Wasserversorgung über lange Wegestrecke vom Gondelteich zum Brandort am alten Sportplatz aufgebaut werden. Die drei Brandnester wurden zunächst über die Wassertanks der Einsatzfahrzeuge bekämpft. Die Jugendrotkreuzler bauten ein Versorgungszelt für die Einsatzkräfte und evtl. zu evakuierende Anwohner auf. Ein Krankenwagen stand zur sanitätsdienstlichen Absicherung der Feuerwehreinsatzkräfte bereit. Weitere Rotkreuzler informierten per Fußstreife die Anwohner der Mooshaide, Fenster und Türen geschlossen zu halten und bereiteten sie auf eine evtl. Räumung vor, falls sich die Situation zuspitzt. Ein Streifenwagen der Polizei war ebenfalls vor Ort.

Mehr als 120 Zuschauer sahen sich die Aktion an. Dazu gehörten zahlreiche geladene Gäste wie z.B. der Bundestagsabgeordnete Günter Baumann, der sächsische Landesbranddirektor Jens Großer, der Landesjugendfeuerwehrwart Manfred Langner, der Oberbürgermeister der Stadt Marienberg Thomas Wittig, der Vorsitzende des DRK Kreisverbandes Dr. Wolfgang Jasper sowie zahlreiche Leitungskräfte der beteiligten Organisationen. Ein Großteil der Zuschauer waren auch die Eltern der Blaulichttageteilnehmer, welche sich von der motivierten Vorgehensweise ihrer Kinder überzeugen konnten.

Nach Abschluss der Aufräumarbeiten konnte den Grußworten der Gäste ein sehr positives Fazit der gesehenen Arbeit ausgesprochen werden. Auch der MDR Sachsenspiegel berichtete kurz über die Blaulichttage. Zahlreiche weitere Medienvertreter schauten sich die Übung an. Am Abend wurde gegrillt und schon wieder ertönte der Alarmgong. Zunächst stand eine Blaulichtfahrt im geschlossenen Verband auf dem Plan. Während dieser meldete sich die Leitstelle, dass es im Bereich der Marienberger Altstadtkaserne eine Verpuffung gegeben hätte und mehrere Verletzte zu versorgen seien.

Dies bestätigte sich an der nächsten Einsatzstelle. Die Betreuer hatten versucht ein Lagerfeuer zu machen und sind durch den unsachgemäßen Umgang mit Brandbeschleuniger verletzt worden. Die Einsatzstelle musste ausgeleuchtet, das Feuer bekämpft und die unter Schock stehenden Verletzten gesucht werden. In einem Gebäude errichteten die Jugendrotkreuzler einen Behandlungsplatz und versorgten die Verletzungen. Nach Abschluss der Aktion fielen die meisten müde auf ihre Feldbetten.

Am Sonntag Vormittag stand das intensive Aufräumen und Reinigen des Bürgerzentrums an. Doch kurz nach viertel zehn ertönte der Alarmgong abermals. Dieses mal wurden zwei Personen im Marienberger Mühlberggebiet vermisste. Die Polizei wartete bereits vor Ort und informierte die Einsatzkräfte über das weitere Vorgehen. Mit einer großen Suchkette wurde anschließend das Mühlberggebiet durchkämmt und auch die Vermissten gefunden und versorgt. Zurück am Ausgangspunkt wurde das Wochenende ausgewertet und die Teilnehmerurkunde verteilt.

Mit einem kräftigen Dankeschön und dem Aplaus der Kinder sagten die Organisatoren von JF und JRK allen Helfern ein großes Dankeschön. Diese alle aufzuzählen, wäre nicht möglich und es würde sicherlich jemand vergessen. 2010 stehen die 5. Blaulichttage an einem Wochenende in den Herbstferien an, dass es dabei einige Highlights geben wird, darf schon verraten werden.

11. Oktober 2009 00:00 Uhr. Alter: 3 Jahre