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Actiongeladener Ferienstart für Nachwuchsretter

Jugendrotkreuz und Feuerwehr erleben vom 17. - 19.10.2008 zum dritten Mal das Feeling auf einer Feuer- und Rettungswache.

Am Wochenende vom 17. bis 19. Oktober 2008 erlebten mehr als 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehren Großrückerswalde, Niederschmiedeberg und Marienberg sowie der Jugendrotkreuzgruppen Marienberg, Olbernhau, Zschopau, Pockau und Neuhausen einen Herbstferienbeginn der besonderen Art.

Drei Tage lang wurde das Gerätehaus der Feuerwehr Niederschmiedeberg in eine ständig besetzte Feuer- und Rettungswache umgewandelt. Nachdem sich am Freitagnachmittag alle getroffen hatten, galt es Quartier auf den Feldbetten zu beziehen, eine Belehrung über sich ergehen zu lassen und das erste gemeinsame Abendessen einzunehmen. Anschließend lernten sich die Kinder und Jugendlichen bei einer Kennerlernrunde der besonderen Art mit viel Spiel und Spaß kennen. Gegen 22.00 Uhr wurde durch die Betreuer die Nachtruhe eingeläutet.

Der Samstagmorgen begann mit Frühsport vor dem Gerätehaus. Nach dem stärkenden Frühstück erschallte zum ersten Mal der Alarmgong. Die imitierte Leitstelle gab den Einsatzbefehl: „Mehrere Verletzte Waldarbeiter in Schindelbach unter Baumstämmen eingeklemmt“, an. Schnell schlüpften die jungen Retter in ihre Sachen und besetzten die 4 Feuerwehr- und 7 DRK Fahrzeuge. Im geschlossenen Verband ging es nun mit Blaulicht zum Einsatzort. Dort bestätigte sich der Einsatzbefehl. Nun ging es ans Werk. Die Verletzten mussten durch die Jugendfeuerwehr befreit und auf eine Verletztensammelstelle geschafft werden. Die Jugendrotkreuzler führten Erste Hilfe Maßnahmen durch und brachten die Verletzten in die bereitstehenden Rettungsfahrzeuge.

Nach einer kurzen Auswertung ging plötzlich der Funkmeldeempfänger der Marienberger Feuerwehr an und alarmierte das anwesende Fahrzeug zu einem echten Brandeinsatz nach Marienberg. Denn trotz aller organisierter Action für die Kids bleibt die Einsatzbereitschaft für die aktiven Einheiten bestehen. Nach kurzer Zeit kehrten die Retter zur „Wache“ nach Niederschmiedeberg zurück.

Dort galt es nun in sieben gemischten Gruppen aus Jugendfeuerwehr- und Rotkreuzmitgliedern gemeinsam Stationen der Erlebnispädagogik mit gekoppelter Ausbildung zu absolvieren. Neben dem Aufbau eines Sanitätszeltes, dem Kuppeln von Feuerwehrsaugschläuchen, Verletztentransport mit einer Trage und Dreieckstucholympiade standen weiterhin ein Staffellauf am Klettergerüst, Verbinden von Feuerwehrleinen und Getränkekisten Quer stapeln als Aufgabe bis zum Nachmittag an.

Zwischendurch stärkten sich alle mit einer großen Portion Makkaroni. Plötzlich erschallte wieder der Alarmgong und die Sirene des Ortes heulte. Nun musste etwas Schlimmeres passiert sein, dachten die Teilnehmer. Und tatsächlich, der Einsatzbefehl lautete: „Verkehrsunfall mit Massenanfall von Verletzten an der Talstraße Richtung Boden“. Nun war besondere Eile geboten und mit Blaulicht und Martinshorn setzte sich der Fahrzeugverband in Bewegung.

An der Einsatzstelle in Höhe der Firma „Reluma“ waren zwei Pkw halb im Straßengraben zu sehen, Rauch stieg auf und sieben Verletzte stellte der Einsatzleiter bei der Lageerkundung fest. Die Polizei hatte bereits die Straße gesperrt. Die Brandschützer sicherten den Einsatzort und die Fahrzeuge, bekämpften den Entstehungsbrand, befreiten die Verletzten und übergaben diese an das Jugendrotkreuz, streuten Ölbindemittel und klemmten die Batterien der Fahrzeuge ab.

Die jungen Helfer des DRK versorgten die Betroffenen, gestellt von der Jugendfeuerwehr Satzung, zunächst auf einer Verletztensammelstelle und brachten diese anschließend in den mittlerweile durch ein DRK Motorrad eingewiesen Rettungsbus für mehrere Verletzte auf dem Gelände der Firma „Reluma“. Weiterhin wurde ein Zelt für die Verpflegung der Einsatzkräfte errichtet und jeder einzelne Verletzte schriftlich erfasst.

Beobachtet wurden die Nachwuchsretter dabei von ca. 60 Gästen aus Leitungskreisen der beteiligten Organisationen, Verwaltung und Politik sowie weiteren Interessierten. U.a. konnte der sächsische Landesbranddirektor Herr Jens Großer aus Dresden, der Landtagsabgeordnete Prof. Schneider, in Vertretung des Landrates Herr Lippmann als Referatsleiter sowie der ehemalige Landrat Herr Kohlsdorf oder auch der Vorsitzende des DRK Kreisverbandes Herr Dr. Jasper begrüßt werden.

Nachdem sich nun alle Beteiligten zusammen gefunden hatten und die Einsatzstelle beräumt war, richteten die Gäste ihre Grußworte verbunden mit einer hohen Wertschätzung der geleisteten Arbeit an alle Nachwuchsretter aus. Bei Kaffee und Kuchen vor Ort gab es viele Gespräche zum Rettungswesen und dem Stand der Nachwuchsarbeit. Nachdem sich die Gäste begeistert vom Erlebten verabschiedeten, wurden noch mehrere Gruppenfotos vor den Fahrzeugen gemacht. Zurück in Niederschmiedeberg stand Grillen und Freizeit auf dem Plan. Doch gegen 19.40 Uhr erschallte schon wieder der Alarmgong.

Diesmal brannte ein Container und 10 Verletzte waren wegen einer Rauchgasvergiftung zu versorgen. Neben den Löscharbeiten und Ausleuchten der Einsatzstelle mussten auch mehrere unter Schock stehende Verletzte auf dem Gelände durch DRK und Feuerwehrkräfte gesucht werden. Alle wurden gefunden und professionell in den Rettungs- und Krankenwagen versorgt. Den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Borstendorf machte das Darstellen von Verletzten viel Spaß.

Nun hatten es die angehenden Retter erst mal geschafft. Nachdem der Abend gemütlich ausklang, fielen alle geschafft in die Feldbetten. Am Sonntagmorgen begann nach dem Frühstück bereits der Rückbau, doch ein Waldbrand unterbrach die Arbeiten und erforderte erneut das Ausrücken von Lösch- und Sanitätszug. Denn nicht nur der Waldbrand musste gelöscht werden, auch eine vermisste Person sollte mittels Suchkette aufgespürt werden. Zurück an der „Wache“ wurde nun kräftig zusammen gepackt, eine Auswertung des Wochenendes mit sehr positiver Einschätzung durchgeführt und nun nach drei aufregenden Tagen „Auf wieder sehen“ zueinander gesagt.

Die Blaulichttage gehören mittlerweile zu den Jahreshighlights der jungen Kameradinnen und Kameraden. Jedes Jahr in den Herbstferien gilt es ein Wochenende lang die Zusammenarbeit zu üben, Teamgeist und Kameradschaft zu stärken und sich untereinander besser kennen zu lernen. Wenn diese jetzt noch jungen Retter später hoffentlich einmal gemeinsam an Einsatzstellen im aktiven Dienst tätig sein werden, kann die jetzt schon gepflegte Zusammenarbeit die Abläufe doch nur noch besser machen.

Sich jetzt schon bei den nachgestellten Szenarien wie „ein Großer“ zu fühlen ist für die meisten Teilnehmer die schönste Sache bei drei Tagen voller Abwechselung und Spannung, die auch 2009 wieder zu spüren sein werden. Das Organisationsteam bestehend aus den Jugendfeuerwehrleitungen von Großrückerswalde und Marienberg sowie des Jugendrotkreuzes Marienberg wird schon bald beginnen, die ersten Vorbereitungen für die 4. Blaulichttage zu treffen.

19. Oktober 2008 00:00 Uhr. Alter: 4 Jahre