DRK koordiniert Personensuche erfolgreich - Rettungshund findet vermisste Rentnerin
88 Einsatzkräfte von DRK, Feuerwehr und Polizei beenden Personensuche am 13.06.2008 positiv.
Hier die ausführliche Chronologie des Einsatzes:
3.57 Uhr
Auf Anforderung der Polizei informiert die Leitstelle Marienberg den Bereitschaftsdienst des DRK Kreisverbandes - Verbandsführer Mario Richter und für die Feuerwehren Kreisbrandmeister Rene Ackermann. Eine 79 jährige, demenzkranke Rentnerin wird seit Donnerstag Abend vermisst, näheres zunächst nicht bekannt. Über Telefon werden die Mitglieder der DRK Führungsunterstützung Marienberg alarmiert.
4.29 Uhr
Die oben genannten Führungskräfte rücken mit 2 Einsatzleitwagen ab und treffen am Wohnhaus der Vermissten im Großrückerswalder Ortsteil Schindelbach ein. Es erfolgen Absprachen mit der Polizei.
4.38 Uhr
Ausrücken der Führungsunterstützung an die Einsatzstelle, Kreisbrandmeister und Verbandsführer des DRK treffen in Schindelbach ein.
4.45 Uhr
Es erfolgt durch Herrn Richter die Befragung der Angehörigen der Vermissten. Es stellt sich heraus, dass diese nur einfach bekleidet das Haus verlassen hat, schon mehrmals in der Vergangenheit abgängig war, jedoch bisher immer wieder zuhause ankam.
4.56 Uhr
Über die Leitstelle wird der Bürgermeister von Großrückerswalde, Herr Jörg Stephan, und der Gemeindewehrleiter Udo Scheiter verständigt. Dieser kommt vor Ort. Die Koordinierungsstelle für die Rettungshundestaffeln in Leipzig wird über die Leitstelle verständigt, es werden alle verfügbaren Staffeln vor Ort benötigt.
5.02 Uhr
Die Führungsunterstützung des DRK Kreisverbandes Mittleres Erzgebirge e.V. ist einsatzbereit vor Ort aufgebaut und übernimmt den weiteren Funkverkehr, Einsatzdokumentation, Versorgung von Kartenmaterial, etc. 1 Kamerad fährt ins Lagezentrum nach Marienberg um Aushänge mit Daten und Bildern der Vermissten in Größenordnungen bunt zu kopieren.
5.06 Uhr
Alarmierung des Kreisbereitschaftsleiters und Rettungsdienstleiters mit dem Auftrag, zunächst an die Einsatzstelle mit dem ELW 1 des Standortes Olbernhau zu kommen, beide rücken später gemeinsam ab.
5.15 Uhr
Der zuständige Jäger und das Forstamt werden über den Einsatz in den angrenzenden Wäldern informiert.
5.27 Uhr
Nach Absprache mit Bürgermeister und Gemeindewehrleiter wird zunächst die Freiwillige Feuerwehr Großrückerswalde alarmiert und beginnt in Großrückerswalde Richtung Schindelbach mit der Suche, zunächst auf Wegen und in bestimmten Objekten, um die Spuren auf den Flächen für die Hunde nicht zu verwischen. Zu dieser Taktik hatte sich die Einsatzleitung entschieden.
ab 5.32 Uhr
Es erfolgen Rückmeldungen der Hundestaffeln aus Sachsen über die Einsatzfähigkeit an die Führungsunterstützung. Die Staffeln Weißeritzkreis, Leipzig und die BRH Sachsen Ost begeben sich in den darauffolgenden Stunden mit insgesamt 8 Rettungshunden zur Einsatzstelle. Bereits eingetroffen ist ein Stöberhund der Polizei Diensthundeschule sowie ein Hund der Rettungshundestaffel Marienberg.
5.52 Uhr
alle eingesetzten Kräfte wechseln nach Absprache des KBL mit der Leitstelle auf 4m Funkkanal 471 GU, um den Rettungsdienstkanal zu entlasten.
5.58 Uhr
Rettungsdienstleiter und Kreisbereitschaftsleiter treffen vor Ort ein. KBL, Herr Hahn, übernimmt Einsatzleitung von Verbandsführer, Herrn Richter.
6.10 Uhr
Erste Lautsprecherdurchsagen aus den Fahrzeugen an die Bevölkerung beginnen in Großrückerswalde und Schindelbach.
6.34 Uhr
Alarmierung der Feuerwehren Streckewalde und Mauersberg sowie der Kommandostelle Schindelbach durch die Leitstelle Marienberg. Die benannten Wehren unterstützen die Suche der Feuerwehr Großrückerswalde in Richtung Schindelbach, weitere Durchsuchung ausgewählter Objekte, Befragungen der Bevölkerung, die Abschnittsleitung Feuerwehr übernimmt der Gemeindewehrleiter.
6.57 Uhr
Der verantwortliche Abschnittsleiter der Polizei trifft ein und fordert umgehend den Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera an.
7.39 Uhr
Mehrere hundert Personenbeschreibungen wurden farbig gedruckt und werden nun an allen öffentlichen Stellen durch Feuerwehr und DRK Kräfte ausgehangen.
7.49 Uhr
Eintreffen der Hundestaffel Sachsen Ost, die Staffeln Weißeritzkreis und Leipzig sind auf der Anfahrt. Zunächst erfolgt die Einweisung durch den Einsatzleiter in die Maßnahmen. Die Flächensuche beginnt, wenn Staffel Weißeritzkreis eintrifft. Auf der Karte werden Flächen für Hundesuche und Hubschrauber fest gelegt.
7.56 Uhr
In einem Bisongehege inmitten des Suchbereiches erfolgen Jagdhandlungen mit scharfen Schüssen. Alle Einsatzkräfte müssen das Suchgebiet schnellstmöglich verlassen. Die Polizei stoppt schnellstmöglich die Jagd und gibt das Gebiet wieder frei.
8.27 Uhr
Elternhaus der Vermissten, umliegende Grundstücke, bekannte tägliche Spazierrouten der Vermissten sowie der Friedhof wurden intensiv durchsucht - ohne Erfolg.
8.30 Uhr
Die Verpflegung für die Einsatzkräfte findet im Gerätehaus der Feuerwehr Großrückerswalde statt. Sie wurde durch die Gemeindeverwaltung organisiert.
8.36 Uhr
Die RHS Dresden meldet - wenn nötig - Einsatzbereitschaft ab 16.00 Uhr.
8.43 Uhr
Die Hundestaffel Weißeritzkreis trifft ein, wird eingewiesen und beginnt umgehend gemeinsam mit einem Hund aus Marienberg und den Hunden der Staffel Sachsen Ost mit der Suche.
8.55 Uhr
Ein Rettungshund schlägt keine 400 Meter Luftlinie entfernt vom Wohnhaus der Vermissten an. Die Person ist gefunden. Keine offensichtlichen Verletzungen, leichte Unterkühlungen. Sie lag hinter hohem Gras, an einer Baumreihe, auf der sie vorher vermutlich über einen Baumstamm stolperte.
8.56 Uhr
Befehl der Führungsunterstützung an alle Einheiten im Einsatz und auf der Anfahrt - Suche abbrechen. Die Anforderung von Rettungswagen und Notarzt zur Versorgung der gefundenen Person.
9.04
Der RTW trifft ein und übernimmt die unterkühlte Rentnerin. Sie ist in einem erstaunlich guten Zustand nach 14 Stunden in leichter Bekleidung unter freiem Himmel bei 6 Grad Außentemperatur und regnerischem Wetter. Kurze Zeit später trifft der Notarzt ein, die Patientin wird zur Kontrolle ins Zschopauer Krankenhaus gebracht.
9.22 Uhr
Der Einsatz wird offiziell beendet. Die Mitglieder der Hundestaffeln sowie die Einsatzleitung fahren noch zum Frühstück ins Gerätehaus Großrückerswalde. Info durch die Leitstelle an die Koordinierungsstelle Rettungshunde in Leipzig über positiven Verlauf der Suche.
Eingesetzte Kräfte und Mittel:
Feuerwehr Großrückerswalde - 3 Fzg. mit 20 Einsatzkräften (EK)
Feuerwehr Streckewalde - 2 Fzg. mit 11 EK
Feuerwehr Mauersberg - 2 Fzg. mit 12 EK
Polizei - 3 Fzg. mit 10 EK
Diensthundeschule Polizei - 1 Fzg. mit 2 EK und einem Hund
DRK MEK inkl. Führungsunterstützung - 5 Fzg. mit 13 EK inkl. Notarzt
Hundestaffel Sachsen Ost - 2 Fzg. mit 6 EK und 3 Rettungshunden
Hundestaffel Weißeritzkreis - 1 Fzg. mit 5 EK und 2 Rettungshunden
Hundestaffel Marienberg - 1 Fzg. mit 2 EK und einem Hund
Auf der Anfahrt / dem Anflug konnten folgende Einheiten abbrechen:
Hundestaffel Leipzig - 1 Fzg. mit 4 EK und 2 Hunden
Polizeihubschrauber Dresden - mit 3 Beamten
GESAMTZAHL - 21 Fahrzeuge mit 88 Einsatzkräften
Für die Richtigkeit und Vollzähligkeit der Angaben wird keine Garantie übernommen.
Der Großrückerswalder Bürgermeister Jörg Stephan bedankte sich recht herzlich für die hohe Einsatzbereitschaft der zahlreichen Helfer. Der Einsatz verlief gut koordiniert und mit großem Engagament der Rettungskräfte, resümierte auch DRK Kreisbereitschaftsleiter Kristian Hahn sowie Gemeindewehrleiter Udo Scheiter aus Großrückerswalde.

